Hannover dank Hanke mit 2:1 in Karlsruhe

Danke, Mike Hanke - Hannover 96 feierte nach seinem ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga den 4,5-Millionen-Euro-Mann als Matchwinner.

 

Der Neuzugang vom VfL Wolfsburg erzielte beim 2:1 (0:1) beim Karlsruher SC nicht nur den Ausgleich (55. Minute), sondern bereitete auch den Siegtreffer durch Hanno Balitsch (75.) vor. Dabei hatte der WM-Teilnehmer Glück, dass er in der ersten Halbzeit nicht vom Platz geflogen war. «Ich habe gehört, dass ich zuletzt viel Kritik habe einstecken müssen», sagte Hanke, der bei der 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen den Hamburger SV noch der Buhmann war. «Ich habe allerdings keine Zeitungen gelesen. So ist das im Fußball: Es geht immer hoch und runter.» Das weiß nun auch der KSC: Mit der seit Wochen herrschenden Euphorie beim Aufsteiger ist es erstmal vorbei.

Hankes Bewacher Maik Franz hatte den Zweitliga-Meister in der 37. Minute in Führung geköpft. Der Publikumsliebling sorgte nach der Partie in den Katakomben des mit 27 800 Zuschauern ausverkauften Wildparkstadions für Gelächter. Temperamentvoll zog er gegen seinen früheren Wolfsburger Vereinskollegen Hanke vom Leder - selbst als dieser direkt neben ihm stand: «Die haben unverdient mit elf Mann weitergespielt. Der Mike fällt und schlägt nach. Wenn man mir da die Gelbe Karte gibt, dann muss man ihm Rot geben. Beide Fouls auf eine Stufe zu stellen ist für mich eine absolute Frechheit », sagte Franz über die Szene kurz nach dem 1:0.

Hanke ließ sich jedoch nicht noch einmal provozieren und argumentierte mit ruhiger Stimme: «Er trifft mich von hinten in die Hacken, da hab' ich ihn einfach weggestoßen. Ich hab' ihn aber nicht geschlagen.» Über eine Rückkehr in die Nationalmannschaft wollte der 23-Jährige trotz seines effektiven Auftritts nicht groß reden: «Daran denke ich nicht. Mit Jogi Löw habe ich gesprochen und ihm gesagt, dass ich nach meiner langen Verletzungspause noch nicht hundert Prozent fit bin.»

Die Erleichterung über das Erfolgserlebnis war bei Hanke deutlich spürbar. «Wenn wir verloren hätten, wäre der Druck von außen noch größer geworden. Jetzt freuen wir uns über den Sieg und wollen auch nächste Woche gegen den FC Bayern was holen», sagte der Torschütze. Hannovers Trainer Dieter Hecking meinte es jedoch ironisch, als er sagte: «Wir haben heute eine verkorkste Saison gerettet.»

Auf eine harte Runde muss sich der KSC nach dem vermasselten ersten Bundesliga-Heimspiel nach neun Jahren, drei Monate und vierzehn Tagen einstellen. «Wir haben heute einfach zu schnell die Bälle verloren», klagte Trainer Edmund Becker, der für seine Defensivtaktik dennoch ein Kompliment seines Kollegen Hecking erhielt: «Mit Hurrafußball kannst du die Klasse nicht halten.»

Vorsicht war oberstes Gebot, worunter vor allem Edmund Kapllani als einzige Angriffspitze litt: Der Albaner vermisste sichtlich den zu Borussia Dortmund abgewanderten Zweitliga-Torschützenkönig Giovanni Federico. Während Becker die Realitäten richtig einzuschätzen weiß, schwebte so manch anderer beim KSC noch auf Wolke sieben. Nach sechs (!) Spielminuten beim Stande von 0:0 war auf der Anzeigetafel die «Blitztabelle» der Bundesliga mit Karlsruhe als Spitzenreiter zu lesen. «Solche Einblendungen sind doch Käse», ärgerte sich Becker.

 

20.8.07 08:54

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